Gerstengras zählt zu den nährstoffdichtesten Pflanzen überhaupt. Weil es bereits in einem frühen Wachstumsstadium geerntet wird, steckt es voller Vitamine, Mineralien, Enzyme, Chlorophyll und Antioxidantien. Viele der möglichen Wirkungen werden traditionell genutzt oder in ersten Studien beobachtet, müssen aber zum Teil noch genauer untersucht werden. Hier ein Überblick über die wichtigsten Bereiche:
Stoffwechsel und Blutzucker
- Kann den Cholesterinspiegel senken: Die enthaltenen Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe binden Gallensäuren im Darm. Dadurch muss der Körper neues Cholesterin zur Gallensäureproduktion nutzen, was den LDL-Spiegel senken kann.
- Kann den Blutzuckerspiegel senken: Gerstengras hat einen niedrigen glykämischen Index und liefert Chrom, das die Insulinwirkung unterstützt. Für Diabetiker ist es deshalb als Ergänzung interessant, ersetzt aber keine ärztliche Therapie.
- Kann beim Abnehmen helfen: Durch den hohen Ballaststoffanteil sättigt Gerstengras gut und kann Heißhunger reduzieren. Gleichzeitig liefert es viele Mikronährstoffe bei sehr wenigen Kalorien, was in einer Diät hilfreich ist.
Darm, Entgiftung und Immunsystem
- Hilft bei Colitis ulcerosa: Erste Untersuchungen zeigen, dass Gerstengrasextrakt entzündliche Prozesse im Darm mildern kann. Das enthaltene Chlorophyll und bestimmte Enzyme wirken beruhigend auf die Darmschleimhaut.
- Entgiftende Wirkung: Chlorophyll bindet Schwermetalle und andere Schadstoffe und unterstützt deren Ausscheidung. Auch die Leber als zentrales Entgiftungsorgan profitiert von den Antioxidantien im Gerstengras.
- Unterstützt die Funktion der Leber: Enzyme wie SOD und die vielen B-Vitamine helfen der Leber bei ihren über 500 Stoffwechselaufgaben und schützen sie vor oxidativem Stress.
- Bei Allergien und Hautproblemen: Durch die antientzündlichen und entgiftenden Eigenschaften berichten Anwender von Besserungen bei Neurodermitis, Akne oder Heuschnupfen. Die Studienlage ist hier aber noch dünn.
Haut, Haare und Anti-Aging
- Für eine schöne Haut: Vitamin C, E, Beta-Carotin und Zink fördern die Kollagenbildung, schützen vor freien Radikalen und unterstützen die Wundheilung. Das Hautbild kann dadurch klarer und straffer wirken.
- Soll gegen graue Haare und Haarausfall wirken: Traditionell wird Gerstengras eingesetzt, um die Melaninbildung zu unterstützen. Verantwortlich gemacht werden dafür Kupfer, Katalase-Enzyme und die insgesamt gute Nährstoffversorgung der Haarwurzel. Wissenschaftliche Belege fehlen bisher.
Psyche, Schlaf und Leistungsfähigkeit
- Soll antidepressiv wirken und gegen Stress helfen: Magnesium, B-Vitamine und die Aminosäure Tryptophan sind wichtig für die Bildung von Serotonin. Viele Nutzer berichten von mehr Ausgeglichenheit und Stressresistenz.
- Hilft bei Schlafstörungen: Durch die beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und die Unterstützung der Melatoninbildung kann Gerstengras das Ein- und Durchschlafen fördern.
- Erhöht die Leistungsfähigkeit: Das Zusammenspiel aus Eisen, Chlorophyll, B-Vitaminen und leicht verfügbarem Pflanzeneiweiß verbessert die Sauerstoffversorgung und Energieproduktion in den Zellen.
Weitere mögliche Effekte
- Krebshemmende Wirkung des Gerstengrases: Im Labor zeigen bestimmte Inhaltsstoffe wie P4D1 und Antioxidantien zellschützende Effekte. Ob sich das auf den Menschen übertragen lässt, wird vermutet, die Studienlage ist aber noch sehr dünn.
- In Japan gilt Gerstengras als Aphrodisiakum: Zink und L-Arginin können Testosteronspiegel und Durchblutung positiv beeinflussen, was Libido und Potenz unterstützt.
Wichtig zu wissen
Gerstengras ist ein Lebensmittel, kein Medikament. Viele Wirkungen sind plausibel durch die Nährstoffe erklärbar und werden durch Erfahrungsberichte gestützt. Für einige der genannten Punkte braucht es aber noch mehr hochwertige Studien am Menschen. Wer chronische Erkrankungen hat oder Medikamente nimmt, sollte die Einnahme mit einem Arzt absprechen. Als Kur über 8-12 Wochen zeigt sich bei den meisten Anwendern der beste Effekt.



